Verkehrsunfallflucht

Was Sie beachten sollten, wenn Sie in einen Unfall verwickelt worden sind:

Bei Verkehrsunfallflucht drohen nicht nur eine hohe Geldstrafe sowie ein Fahrverbot von zwischen ein bis drei Monaten, sondern darüber hinaus der Entzug der Fahrerlaubnis mit einer Sperre von mindestens 6 Monaten sowie 7 Punkte in "Flensburg".

Zivilrechtlich droht der Verlust des Schutzes der KFZ-Haftpflichtversicherung. Die Verletzung versicherungsvertraglicher Obliegenheiten führt zur Leistungsfreiheit des Versicherers.

Damit Sie gar nicht erst in die Gefahr geraten, Unfallflucht zu begehen, sollte man sich über die Pflichten als Unfallbeteiligter im klaren sein.

Als Unfallbeteiligter müssen Sie

"eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet (haben), ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen, …"

Die Dauer der Wartepflicht ist gesetzlich nicht genau bestimmt. Sie richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles.

Grundsätzlich gilt: Je schwerer der Unfall und je größer der Schaden, um so länger ist die Wartefrist.

Wenn unwahrscheinlich ist, daß feststellungsbereite Personen eintreffen könnten - beispielsweise nachts auf einem leeren Parkplatz - verkürzt sich die Wartezeit entsprechend.

Ein Unfallbeteiligter hat

"zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, …"

zu ermöglichen.

Dazu genügt es nicht, etwa eine Visitenkarte oder ein Stück Papier mit Angaben zur Person und zum Fahrzeug hinter den Scheibenwischer zu klemmen. Diese Angaben könnten verloren gehen.

Es genügt auch keineswegs, daß der Halter des Fahrzeuges anhand des Kennzeichens ermittelt werden kann. Denn Halter und Fahrer müssen nicht identisch sein. Zudem könnte der Halter ein Zeugnisverweigerungsrecht haben - so beispielsweise bezüglich seines Ehegatten oder einer anderen nahestehenden Person.

Der Unfallbeteiligte hat also eine passive Duldungspflicht, die Feststellung zu ermöglichen und muß angeben, daß er an dem Unfall beteiligt gewesen sein könnte, nicht aber, in welchem Umfang und wie er an dem Unfall beteiligt gewesen sein könnte.

Wenn Sie dies beherzigen, kann Ihnen nichts passieren!


Eingestellt am 12.09.2008 von Rechtsanwalt
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