Checkliste Unfall

In den ersten Minuten nach einem Unfall geht es darum,
  • weitere Schäden zu verhüten,
  • sich als Unfallbeteiligtem die eigenen Ansprüche zu sichern oder
  • als möglicher Unfallverursacher nicht leichtfertig eine Schuld anzuerkennen, die juristisch möglicherweise gar nicht gegeben ist.
Was Sie unbedingt tun sollten:
  • Entfernen Sie sich nicht vom Unfallort, aber bringen Sie sich aus der Gefahrenzone.
  • Sofern Sie sich dazu körperlich und seelisch in der Lage sehen: Sichern Sie die Unfallort.
  • Prüfen Sie, ob erste Hilfe zu leisten ist, und tun Sie dies ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.
  • Informieren Sie umgehend die Polizei unter Nennung von Unfallort, Beschreibung der verwickelten Fahrzeuge und Angaben über die Zahl der Verletzten, soweit Sie dies beurteilen können
  • Sichern Sie Beweismittel.
    • Notieren Sie Namen oder Kennzeichen von möglichen Zeugen.
    • Photographieren Sie mit Handy oder Kamera die Unfallstelle.
    • Wenn Sie Kreide zur Hand haben und dies gefahrlos möglich ist, markieren Sie die Fahrzeugpositionen, bevor die Positionen der Fahrzeuge verändert werden.
    • Notieren Sie die Personalien und das Kennzeichen des Unfallgegners; lassen Sie sich möglichst auch den Ausweis zeigen.
Was Sie auf keinen Fall tun sollten:
  • Unterschreiben Sie kein Schuldanerkenntnis!
  • Lassen Sie sich nicht einschüchtern – spontane Schuldanerkenntnisse gefährden nicht nur Ihre Ansprüche, sondern auch Ihren Versicherungsschutz!
  • Machen Sie nicht aus dem Impuls, ihre Position sichern zu wollen oder aus Bestürzung über den Unfall Aussagen gegenüber der Polizei, solange Sie noch unter dem Schock des Unfalls stehen!
  • Versuchen Sie nicht durch schnelle Schadenmeldung die Angelegenheit für sich "vom Tisch zu schaffen"! Je rascher die gegnerische Versicherung den Schaden zu regulieren bereit ist, desto näher liegt der Verdacht, daß Sie bei einer rechtlichen Vertretung durch einen Anwalt für Verkehrsrecht höhere Ansprüche hätten geltend machen können.
  • Vertrauen Sie nicht auf Ratschläge von Dritten, seien es Verwandte, Freunde, Bekannte oder sonstige eilfertige Ratgeber! Im Zweifelsfall sind diese nicht ausreichend fachlich qualifiziert und im Falle einer fehlerhaften und für den Geschädigten ungünstigen Beratung nicht ausreichend gegen falsche Beratung versichert.
Was Sie unbedingt wissen und bedenken sollten:
  • Niemandem außer Ihnen und einem von Ihnen beauftragten Anwalt für Verkehrsrecht ist wirklich an der bestmöglichen Unfallregulierung in Ihrem Interesse gelegen. Nehmen Sie also auch sonst keine Angebote von "Unfallhelfern" an, bevor Sie von einem Anwalt fachkundig beraten worden sind. Diese Helfer haben letztlich ihre eigenen Interessen oder die Ihrer Geschäftspartner (u. a. Versicherungen) im Auge.
  • Klären Sie daher unbedingt nur mit einem erfahrenen Fachanwalt für Verkehrsrecht, ob
    • Sie mit vollem Schadensersatz rechnen können
    • Sie Anspruch auf weitere Entschädigungen haben
    • ein Gutachter beauftragt werden muß
    • die Inanspruchnahme eines Mietwagens sinnvoll ist oder Sie lieber eine Nutzungsausfallentschädigung (Nutzungsentschädigung) haben möchten
    • die Möglichkeit besteht, das Fahrzeug ungeachtet hoher Reparaturkosten ("Totalschaden") reparieren zu lassen
    • für den Fall, daß Sie als Unfallverursacher in Betracht kommen, mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen ist.