Geschwindigkeitsüberschreitung

Geschwindigkeitsueberschreitung

Wenn Sie in eine Radarfalle geraten oder "geblitzt" worden sind, sollten Sie folgendes wissen:

Der häufigste Anlaß für den Erhalt eines "Bogens zur Fahrerermittlung" oder auch eines Bußgeldbescheides ist eine Geschwindigkeitsüberschreitung.Für eine Geschwindigkeitsüberschreitung kann nicht der Fahrzeughalter, sondern nur der Fahrer belangt werden kann. Aus diesem Grunde stellt die nicht mögliche Identifizierung des Fahrers einen sehr häufigen Einstellungsgrund dar.
Hinweis
Der Fahrzeughalter ist jedoch verpflichtet, bei der Identifizierung der als Fahrer in Frage kommenden Person mitzuwirken. Kommt er dieser Pflicht nicht nach - die er beispielsweise in den Fällen, in denen es sich bei dem Fahrer um einen nahen Angehörigen handelt, zulässigerweise verweigern darf - kann dies jedoch dazu führen, daß dem Fahrzeughalter die Führung eines Fahrtenbuches auferlegt wird.

Empfehlung
Sinnvoll ist es, in diesen Fällen Akteneinsicht durch einen Fachanwalt für Verkehrsrecht/Fachanwalt für Strafrecht nehmen zu lassen, um den Stand der Ermittlungen zu klären. Auch eine eventuelle Video-Dokumentationen kann - nur - der mit der Vertretung beauftragte Rechtsanwalt für Verkehrsstrafrecht einsehen und analysieren.

Strafhöhe
Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung drohen in der Regel folgende Strafen:

Bei Fahrzeugen bis 3,5 t werden neben einer

  • Geldbuße
  • ab 21 km/h bis 25 km/h zu schnell auch ein Punkt in Flensburg fällig
  • Bei einer Überschreitung von 26 km/h gibt es drei Punkte in Flensburg;
  • Ab 31 km/h zu schnell innerhalb - und ab 41 km/h außerhalb - geschlossener Ortschaften kommt neben Geldbuße und Punkten mindestens ein Monat Fahrverbot hinzu.
Hier handelt es sich jedoch nur um Anhaltspunkte für den Regelfall!

Verschärfungen sind unter bestimmten Umständen möglich - beispielsweise bei Geschwindigkeitsübertretungen In Tempo-30-Zonen und bei Wiederholungstätern.

Hinweis
Es ist daher in jedem Falle ratsam, durch einen Rechtsanwalt für Verkehrsstrafrecht prüfen zu lassen, ob bereits eine einschlägige Eintragung im Verkehrszentralregister vorliegt bzw. die Eintragung von Punkten vermieden werden kann. Gerade Voreintragungen im Verkehrszentralregister führen im nächsten Bußgeldbescheid zu einer meist deutlichen Erhöhung der Geldbuße.

Immer wieder wird in den Medien davon berichtet, daß bestimmte Geschwindigkeitsmeßverfahren bei Radarkontrollen bzw. Geschwindigkeitskontrollen in ganz erheblichem Maße fehlerbehaftet sind. Bei welchen Meßverfahren bzw. Meßgeräten dies der Fall ist, läßt sich pauschal nicht sagen. Hier bedarf es genauer Kenntnisse der jeweiligen Messung und des verwendeten Gerätes (Eichung des Geräts, Qualifikationen der eingesetzten Polizeibeamten etc.).

Empfehlung
Wenn Ihnen eine "Anhörung mit Verwarnung“ zugestellt wird, sollten Sie gut überlegen, ob Sie überhaupt antworten wollen. Insbesondere durch ehrliche Antwort können Sie, ohne daß Ihnen dies bewußt ist, Ihre Schuld anerkennen. Sie riskieren dadurch unnötige Strafen.

Auch hier empfiehlt es sich, sich zunächst an einen Fachanwalt für Verkehrsrecht / Fachanwalt für Strafrecht, der über die erforderlichen Erfahrungen auf dem Gebiet des Verkehrsstrafrechts verfügt, zu wenden, der dann erst einmal Einsicht in die Bußgeldakte bzw. Ermittlungsakte nimmt, um festzustellen, welcher Vorwurf (wie hoch war die Geschwindigkeitsüberschreitung und welche Beweismittel stehen dazu zur Verfügung) zur Last gelegt wird.

Häufig genug ist für einen Anwalt für Verkehrsrecht bereits auf erste Sicht erkennbar, daß ein Nachweis, wer tatsächlich Fahrer war, nicht gelingen wird oder die Messung aller Wahrscheinlichkeit nach fehlerbehaftet ist.

Die Beauftragung eines Fachanwalts für Strafrecht/Fachanwalts für Verkehrsrecht, der auf dem Gebiet des Verkehrsstrafrechts bzw. des Verkehrsordnungswidrigkeitenrechts versiert ist, ist daher in jedem Falle zu empfehlen.