Bußgeldbescheid

Was Sie bedenken sollten, wenn Ihnen ein Bußgeldbescheid zugestellt wird:

Wenn Sie einen Bußgeldbescheid mit der Aufforderung erhalten, sich zu dem vorgeworfenen Sachverhalt zu äußern ("Anhörungsbogen Betroffener"), sollten Sie zunächst weder antworten noch zahlen, sondern folgendes bedenken:

1. Die zu erwartende Strafe geht aus dem Anhörungsbogen normalerweise nicht hervor

Sie kann ein

  • Bußgeld
  • Punkte in Flensburg
  • und auch ein Fahrverbot
beinhalten.

Dies bedeutet, daß Sie Stellung nehmen würden, ohne zu wissen, worauf Sie sich einlassen.

2. Ab einem Bußgeld von mehr als EUR 35,00 werden "Punkte" in Flensburg in Ihr Register eingetragen

Während der Geldbetrag verhältnismäßig gering ist, sind insbesondere Berufskraftfahrer und Vielfahrer durch Veränderungen auf ihrem Punktekonto bedroht.

Normalerweise wissen Sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal genau, wie hoch das angesetzte Bußgeld ist. Also ist Vorsicht angesagt!

Ein im Verkehrsstrafrecht erfahrener Anwalt, holt erforderlichenfalls eine aktuelle Auskunft aus dem Verkehrszentralregister ("Flensburger Punktekartei") ein, um Sie auch über die Möglichkeiten eines Punkteabbaus zu beraten, sofern gegebenenfalls bereits Punkte vorhanden sind.

3. Nicht immer ist klar, wer das Fahrzeug zum Tatzeitpunkt tatsächlich gefahren ist

Hier kann ein Anwalt Akteneinsicht nehmen, um den Stand der Ermittlungen und die aktuelle Beweislage einschätzen zu können.

4. Ihre vorschnellen Äußerungen können gegen Sie verwendet werden

Sofern Sie vorschnell und ohne rechtliche Beratung durch einen auf den Gebieten des Verkehrsstrafrechts erfahrenen Rechtsanwalt antworten, um sich kooperativ zu verhalten, können Ihre Äußerungen auch später noch gegen Sie verwendet werden. Im Einzelfall können sie sogar einen neuen Vorwurf gegen Sie begründen.

Sie sollten sich daher gut überlegen, ob Sie sicher sind, daß Sie die Sache schnell aus der Welt schaffen und dafür das Bußgeld und sogar ein paar Punkte riskieren wollen. In diesem Falle können Sie den Tatvorwurf anerkennen und zahlen.

Sollten Sie aber gute Gründe haben, nicht einfach zahlen zu wollen, weil

  • Sie sich weitere Punkte in Flensburg nicht leisten können
  • Ihnen bereits Bußgelder wegen ähnlicher Vergehen auferlegt worden sind und Sie mit einer höheren Strafe rechnen
  • Sie den Vorwurf in der Sache für ungerechtfertigt halten
  • Sie doch lieber zunächst eine kompetente Beratung und Akteneinsicht durch einen Fachanwalt für Strafrecht/Fachanwalt für Strafrecht in Anspruch nehmen möchten
  • Sie gar nicht selbst gefahren sind und niemanden unnötig bei der Polizei als Fahrer angeben möchten
dann suchen Sie mit dem Bußgeldbescheid bzw. dem Anhörungsbogen einen auf den Gebieten Strafrecht und Verkehrsrecht versierten Anwalt mit Schwerpunkt Verkehrsstrafrecht auf, um sich bestmöglich zu den Aussichten und Konsequenzen der verschiedenen in Betracht kommenden Vorgehensweisen beraten zu lassen.

In der Regel wird der von Ihnen aufgesuchte Fachanwalt für Strafrecht und Verkehrsrecht zunächst Akteneinsicht nehmen und dann das weitere Vorgehen mit Ihnen abstimmen.